Anja? Was sind denn eigentlich „Standbildchen“ bitte schön?
"Der kleine fliegende Mann"

Ja, dankeschön. Für die Frage, meinte ich. Dann zeige ich Euch mal, wie ich diese Serie von  Standbildchen gemacht habe, ok?

Das ganze beginnt natürlich mit einer Idee. Ich recherchiere viel in alten Büchern voller Illustrationen. Diese Art von Kupferstichen, Radierungen und Drucken hat mich schon immer fasziniert. Sie stammen meist aus dem 19. Jahrhundert und sind teilweise recht skurril – zumindest aus heutiger Sicht der Dinge. Manchen, vor allem den anatomischen Zeichnungen, haftet dann auch noch etwas ziemlich Morbides an. Wenn ich eine für mich passende Illustration gefunden habe, digitalisiere ich sie. Je nach Motiv bearbeite ich die Zeichnung vorsichtig. Verfeinere die einzelnen Linien, damit das Bild klarer wird, entferne störende Elemente, kombiniere es mit einem Aquarell-Hintergrund oder mit anderen Bildern.

Wenn ich damit dann zufrieden bin, drucke ich meine neu entstandenen Bilder aus und schneide sie auf das endgültige Format zu. Das geht am besten mit Skalpell und Metallleiste.
Und nein, ich habe mir damit noch nicht wirklich in den Finger geschnitten, sondern nur die Daumenkuppe einen halben Millimeter gekappt, aber das war ganz unblutig und überhaupt auch eine ganz andere Geschichte.

Die Holzstücke – als Rohling und fertig lasiert

Beim Schreiner lasse ich mir Holz auf die passende Größe zuschneiden. Die einzelnen Stücke werden natürlich von mir persönlich geschliffen und weiß lasiert. Das Ergebnis (rechts – klar, oder?) ist dann die feine Basis für mein Standbildchen.

Arbeitsschritt

Die Papiere trage ich mit einem transparenten Gel und einem Pinsel auf. Auf dem Bild kann man prima sehen, wie schrecklich das zwischendurch aussieht. Aber, und das lässt mich dann auch jedes Mal wieder aufatmen, es wird. Es wird gut und glatt, auch wenn das nicht mal annähernd so aussieht. Nach dem Trocknungsprozess folgt die andere Seite. Denn – TADAA – die Standbildchen sind hier beidseitig beschichtet. So kann man sie ganz wunderbar von beiden Seiten betrachten und auch fein als Tisch-Deko verwenden.

Ganz zum Schluss erhalten beide Seiten eine weitere Schutzschicht und einen kleinen Stempel (+). Fertig. Das fantastische an den Standbildchen ist, dass man sich ja ganz und gar nicht festlegen muss. Man kann sie hierhin und auch dorthin stellen und morgen schon wieder woanders hin. Ausserdem sind so in ihrem schicken Organzabeutel ein ganz, ganz einzigartiges Geschenk.

Alles klar dann, oder? Wenn nicht, fragt mich einfach. Nur nicht die Sache mit dem Daumen…

Standbildchen als Tischdekoration

2 Kommentare

Kommentare sind geschlossen.